"STEPS" in die Freiheit Selbsthilfegruppe für alle Suchtformen
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Was Abhängigkeit bedeutet

Am Anfang steht der Konsum

 

Grundsätzlich gilt: Wer Suchtmittel konsumiert, kann abhängig werden. Begonnen wird der Konsum von Suchtmitteln fast immer in der Pubertät. Im Alter von knapp 14 Jahren rauchen Jugendliche ihre erste Zigarette, wenig später Trinken sie das erste Glas Alkohol. Zu illegalen Drogen, meist Cannabis oder Ecstasy, greifen fast ausschließlich Jugendliche, die bereits rauchen und Alkohol trinken.

 

Warum wird jemand süchtig?

Ob der Probierkonsum Jugendlicher zu Gewöhnung, Missbrauch und schließlich zur Abhängigkeit führt, hängt von vielen Faktoren ab. Je nachdem, ob sie eine Suchtent-wicklung eher verhindern oder fördern, werden sie als Schutz oder Risikofaktoren bezei-chnet. Wichtige Schutzfaktoren sind neben einem gesunden Selbstwertgefühl z. B. ein Freundeskreis, in dem keine Suchtmittel konsumiert werden, und Eltern, die selbst verant-wortungsvoll mit Alkohol umgehen und nicht rauchen. Die Verfügbarkeit der Sucht-mittel ist ebenfalls bedeutsam. Sind Suchtmittel schwer zu beschaffen und teuer, steigen erfahrungsgemäß weniger Jugendliche in einen regelmäßigen Konsum ein.

Das Risiko für eine Suchtentwicklung steigt dagegen, wenn Suchtmittel leicht erhältlich sind und der Gebrauch von Alkohol und Tabak in der Familie oder am Arbeitsplatz alltäglich ist. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt der Umgang mit Medikamenten. Erleben Kinder, dass selbst alltägliche Beschwerden stets mit Medikamenten behandelt werden, wächst ihre
Bereitschaft, bei Problemen auf wirksame Hilfsmittel zu zugreifen. Der Gebrauch von Suchtmitteln ist eine Möglichkeit, schnell Entspannung und Entlastung zu finden. Der Alltag mit seinen Problemen rückt in die Ferne, man fühlt sich freier, ungezwungener und offener im Umgang mit anderen Menschen. Vielleicht erlebt man Stimmungen und Gefühle, die man niemals für möglich gehalten hätte. Wer jedoch erst einmal gelernt hat, Stimmungen und Gefühle mithilfe eines Suchtmittels zu steuern, gerät leicht in Versuchung, dies immer häufiger zu tun. Das gilt vor allem dann, wenn er oder sie keinen anderen Weg sieht, Wohlbefinden zu erreichen.

Besonders gefährdet, von Suchtmitteln abhängig zu werden, sind Menschen, die unter schweren Belastungen leiden. Dies können persönliche Probleme, wie große Unsicherheit, Ängste und Einsamkeit, sein. Ebenso können schwierige soziale und familiäre Situationen, wie Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Eintönigkeit des Alltags, den Weg zu Missbrauch und Sucht ebnen. Andere Betroffene mussten in der Kindheit traumatische Erfahrungen wie die des sexuellen Missbrauchs und anderer Gewalt machen, die sie nicht verarbeiten konnten. Sucht ist weder eine Erbkrankheit noch ein unabwendbares Schicksal. Dennoch spielt die Veranlagung eine gewisse Rolle. Zum Beispiel sind sehr impulsive oder besonders extro-vertierte Menschen eher gefährdet. Ebenfalls ein erhöhtes Suchtrisiko tragen die Kinder von Eltern mit Suchtproblemen. Sie sind aufgrund ihrer erheblichen Veranlagung anfälliger selbst suchtkrank zu werden. Meist ist das Familienleben durch die Suchtkrankheit schwer belastet. Deshalb ist für sie auch aus diesem Grund schwer, zu einer stabilen, selbstbe-wussten Persönlichkeit heranzuwachsen.

 

 

Schädlicher Konsum, Missbrauch und Co.

Der Konsum von Suchtmitteln kann die Körperliche und seelische Gesundheit gefährden und schädigen, auch ohne das eine Sucht bzw. Abhängigkeit vorliegt. Ein solcher Konsum wird als riskanter Konsum bzw. als schädlicher Konsum oder Missbrauch bezeichnet. Der Missbrauch von Suchtmitteln kann u. a. der Grund sein für: Verkehrs- und anderen Unfälle (z. B. Stürze unter Suchtmitteleinfluss), Vergiftungen Probleme am Arbeitsplatz und in der Familie, Gewalt gegen andere und weitere Straftaten. Langfristig treten Folgekrankheiten auf wie schwere Erkrankungen bis hin zum Lungenkrebs, Hepatitis C-Infektionen, Depressionen, Leberschwellungen, Fettleber und andere mehr.

Selbst wenn keine Abhängigkeit besteht, kann es sehr schwer sein, langjährige Konsumgewohnheiten zu verändern. Die Suchthilfe versucht deshalb, sucht- gefährdete Menschen möglichst früh zu erreichen, und ihnen besondere Hilfe bietet. Für Angehörige und Betroffene bedeute das: Jeder regelmäßige Suchtmittelkonsum ist Grund genug, sich über das betreffende Mittel und seine Risiken sowie Hilfeangebote zu informieren. Nicht zuletzt, weil die Übergänge zwischen riskantem und schädlichem Konsum oder Missbrauch und Abhängigkeit fließend sind und eine Abhängigkeit sich auch noch nach vielen Jahren des Konsums einstellen kann.

 

Abhängigkeit

Wenn eine Abhängigkeitsentwicklung einsetzt, fixiert sich das Leben des betroffenen Menschen immer stärker auf das Suchtmittel. Ein Leben ohne die Wirkung des Sucht-mittels wird unvorstellbar. Andere Interessen und Verpflichtungen, die eigene Gesundheit, Freundschaften und Liebesbeziehungen treten hinter die Notwendigkeit zurück, die Wir- kung des Suchtmittels zu erleben. Die Bandbreite der gesuchten Wirkung ist dabei weit gestreut: Sie reicht vom starken Rausch, wie z. B. bei Heroin oder starkem Alkoholkonsum, bis hin zu einer als angenehm erlebten Anregung und Lockerung, wie z. B. bei mäßigem Alkoholkonsum. Bleibt diese Wirkung aus, erzeugt das bei der abhängigen Person eine tiefe Missstimmung. Sie gerät unter Spannung, wird unruhig, getrieben und reizbar oder ängstlich und nervös. Der Drang, die Wirkung des Suchtmittels zu erleben, wird über- mächtig. Dieser Suchtdruck, englischCraving, ist Kernpunkt der seelischen Seite von Abhängigkeit.

Ein weiteres zentrales Merkmal von Sucht ist der Kontrollverlust. Typisch ist, dass nach dem ersten Bier, der ersten Zigarette, dem ersten Spiel, oft ein Damm zu brechen scheint. Selbst nach längerer Abstinenz trinken, rauchen, spielen die Betroffenen bald wieder so viel wie zuvor. Neben der seelischen Abhängigkeit gibt es Alkohol, Nikotin, verschiedenen Medikamenten und Heroin auch eine körperliche Abhängigkeit. Der Körper reagiert auf die ständige Zufuhr des Suchtmittels mit einer Anpassung des Stoffwechsels. Es werden zunehmend größere Mengen vertragen und die Dosis muss erhöht werden, um noch die gewünschte Wirkung zu erzielen. Bleibt das Suchtmittel aus, kommt es zu unangenehmen bis schmerzhaften und manchmal sogar lebensgefährlichen Entzugserscheinungen, welche bei erneuter Einnahme des Suchtmittels rasch wieder abklingen. Die körperlichen Entzugserscheinungen werden gegebenenfalls während einer Entzugsbehandlung medika-mentös behandelt. Weitaus schwieriger ist es, die seelische Abhängigkeit zu überwinden und dauerhaft abstinent zu bleiben.

 

 

Die Suchtmittel sind (fast) austauschbar

Ist die Frau, die abends vor dem Zubettgehen regelmäßig zwei Schlaftabletten nimmt, wirklich zu vergleichen mit einem Jugendlichen, der mit Freunden Cannabis raucht und immer mehr das Interesse an Schule oder Ausbildung verliert? Wie passt der Mann ins Bild, der täglich mehrere Flaschen Bier braucht, um am Abend Entspannung zu finden? Natürlich ist es nicht egal, zu welchem Suchtmittel jemand greift. Tabak macht schneller abhängig als Alkohol. Eine Heroinabhängigkeit birgt andere Gefahren als der Missbrauch sogenannter Partydrogen. Andererseits sind zentrale Merkmale von Sucht - der übermächtige Drang, die Wirkung des Mittels zu erleben und der Kontrollverlust - immer die gleichen. Viele Abhängige missbrauchen zudem mehrere Suchtmittel gleichzeitig und entwickeln eine Mehrfachabhängigkeit. Andere verlagern mit der Zeit ihre Sucht von einem Suchtmittel auf ein anderes. Vor allem Alkohol und Tabak sowie Alkohol, Cannabis und / oder Ecstasy werden häufig gleichzeitig konsumiert. Heroin- abhängige Benutzen Alkohol und Medikamente, um Versorgungsengpässe zu überbrücken. Und Alkoholkranke sind besonders gefährdet, von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig zu werden.

 

Sucht ohne Drogen?

Gibt es sie, die Sucht ohne Rauschmittel? Gibt es die Verhaltenssüchte Kaufsucht, Sexsucht, Spielsucht, Computersucht, Arbeitssucht, Esssucht etc. wirklich? Diese Frage wurde in den letzten 20 Jahren intensiv diskutiert. Heute plädieren die meisten Fachleute dafür, zwischen stoffgebundenen Süchten bzw. Abhängigkeitserkrankungen einerseits und Verhaltensstörungen andererseits zu unterscheiden und jeweils entsprechende Behand-lungsangebote bereitzuhalten.In der Umgangssprache wird süchtig sein gleichgesetzt mit nicht anders können und nicht mehr aufhören können. Indem sie sich als süchtig besch-reiben, bringen die betroffenen Frauen und Männer zum Ausdruck, dass sie sich hilflos fühlen und Unterstützung brauchen, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Zwanghaft wiederholen sie immer wieder bestimmte Verhaltensweisen, obwohl sie damit z. B. ihre Gesundheit schwer schädigen, in finanzielle Schwierigkeiten geraten oder ihre Partnerschaft zerstören. Ihre Angehörigen bemühen sich oft genauso verzweifelt um Hilfe, wie die Angehörigen von Menschen mit einer stoffgebundenen Sucht.

Viele der betroffenen Menschen und ihre Angehörigen wenden sich deshalb schließlich mit der Bitte um Hilfe an die Beratungsstellen für Menschen mit Suchtproblemen. Sie erhalten dort eine erste psychosoziale Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe in Wohnnähe oder einem geeigneten Behandlungsangebot. In Frage kommen beispielsweise eine ambulante Psychotherapie oder eine Behandlung in einer psychosomatischen Klinik. Eine längerfristige Behandlung können die Einrichtungen der Suchthilfe bei Verhaltensstörungen nicht anbieten. Eine Sonderstellung nehmen aus ver- schiedenen Gründen das pathologische Glücksspiel und Essstörungen ein.

 

Die Angst vor der Hilfe

Es kann sehr lange dauern bis Menschen mit Suchtproblemen bereit werden, Hilfe anzunehmen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Suchtprobleme entstehen meist über viele Jahre. Deshalb wird oft zunächst nicht bemerkt, wie der Konsum des Suchtmittels bzw. das süchtige Verhalten die alten Probleme verstärkt und neue hervorruft. Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Unruhe, Misserfolge bei der Arbeit, Konflikte in der Partnerschaft und anderes mehr können ja ebenso eine Folge wie der Auslöser süchtigen Verhaltens sein. Erschwert wird die Wahrnehmung des Problems weiterhin dadurch, dass es den meisten Abhängigen immer wieder gelingt, für einige Tage auf ihr Suchtmittel zu verzichten bzw. Maß zu halten. Dadurch wird die von den meisten Abhängigen über lange Zeit gehegte Hoffnung am Leben gehalten, das Proplem alleine in den Griff zu bekommen.

Mit den Begriffen Sucht und Abhängigkeit verbinden die meisten Menschen Bilder wie des obdachlosen Alkoholkranken oder der jungen Drogenprostituierten. In Wirklichkeit entsprechen nur wenige schwer abhängige Diesen Klischees. Die meisten Süchtigen bleiben lange weitgehend unauffällig. Für die Betroffenen bedeutet das: Bevor sie sich selbst als suchtgefährdet oder süchtig wahrnehmen können, müssen sie begreifen, dass Suchtprobleme viel früher beginnen. Je früher allerdings die Einsicht gelingt und das Problem angegangen wird, desto besser sind die Aussichten auf einen dauerhaften Erfolg. Nach außen hin verbergen die Betroffenen ihr Leiden in aller Regel so lange wie möglich. Die Erfahrung, entgegen den besten Vorsätzen immer wieder die Kontrolle über das eigene Verhalten zu verlieren, wird als Versagen erlebt und löst Schamgefühl aus. Und wer offen zugibt, sich nicht unter Kontrolle zu haben, muss in der Tat mit einem Verlust an Wertschätzung rechnen. Lediglich Tabakabhängige können einigermaßen offen über missglückte Ausstiegsversuche berichten.

Nicht zuletzt und vor allem fürchten Abhängige natürlich den Verlust ihres Suchtmittels. Wer seine Sucht überwinden möchte, muss letztlich immer zur Abstinenz bereit sein. Abhängige können sich nicht oder nur schwer vorstellen, ohne ihr Suchtmittel Entspan- nung, Freude, Zufriedenheit etc. erleben zu können egal wie sehr sie andererseits unter ihrer Sucht leiden. Viel Abhängige überwinden die Angst vor der Hilfe leider erst unter größtem, durch äußere Umstände erzeugtem Druck, wie Arbeitsplatzverlust, Schulabgang, finanzielle Notlage oder Trennung von der Familie.

 

Suchttherapie heute

Ein weiterer Grund für die Angst vor der Hilfe ist sicherlich, dass zu wenig bekannt ist, wie vielfältig und wirksam das Hilfsangebot für sucht- gefährdete und süchtige Menschen heute ist. Um den Hilfesuchenden entgegen zu kommen, wurden in den letzten 17 Jahren vor allem das telefonische Beratungs- und das ambulante Therapieangebot stark ausgebaut. Auch wer noch nicht zur Abstinenz bereit ist, kann sich beraten lassen oder an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen. Erst wenn man sich für eine Aufnahme einer Behandlung entschließt, wird das Suchtmittel abgesetzt. Bis dahin sehen die Betreffenden einem suchtmittelfreien Leben allerdings bereits deutlich hoffnungsvoller entgegen. Die Erfolgsaussicht einer Behandlung ist gut. Mehr als die Hälfte aller Patientinnen und Patienten bleibt nach einer Behandlung wenn nicht für immer so doch mindestens für mehrere Jahre abstinent.

Text Quelle: aus der Broschüre: Alkohol, Medikamente, Tabak, illegale Drogen, süchtiges Verhalten? Ein Angebot an alle, die einem nahe stehenden Menschen helfen möchten. DHS deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V., Hamm

 

 

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